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"Sollte das nicht lieber die Mutti machen?" - Für mehr Respekt für Väter

Hallo Ihr Lieben,

vor Kurzem las ich einen Blogpost vom Papa des Runzelfüßchens, in dem er berichtet, dass Omis am Spielplatz ihm nicht zutrauen, seine weinende Tochter zu trösten und obwohl ihn das nicht weiter runterzieht, fühlt sich das Erlebnis komisch an.

Als ich den Bericht las, musste ich daran denken, dass auch mein Mann solche Kommentare zur Genüge kennt. Bei uns ist die Betreuung, Verantwortung und das Glück mit der Tochter tatsächlich gleichberechtigt aufgeteilt. Schon lange, bevor wir schwanger wurden war klar, dass der Mann Windeln wechseln, Nächte betreuen und sich eben einfach um SEIN Kind kümmern wird. Doch schon im Krankenhaus traute man Ihm das nicht zu. Flummi war ja sehr klein und zerbrechlich und hatte eine Magensonde und die Herzton- und Sauerstoffmesspinöpel am kleinen Körper kleben und der Mann hat Hände, wie Bratpfannen. Das machte die Schwestern auf der Neo-Natologie schon ziemlich nervös. Ständig drängte ihn beim Fiebermessen, Wiegen oder Wickeln eine zur Seite oder stellte sich hinter ihn und gab Anweisungen. Mir warf man unterdessen scheele Blicke zu, wie ich da so faul daneben saß und den Anblick meiner neuen kleinen Familie genoss. Und schon hier - ganz am Anfang unserer Reise als Vater-Mutter-Kind, hörte ich ein Gemurmel von "Aufgabe der Mutter" und "Das Kind braucht aber...". 


Große Papahände für kleine zarte Babyhände? Na klar!

Ich halte das für Blödsinn! Abgesehen vom Stillen, kann mein Mann all das, was ich kann im Umgang mit unserer Tochter! Wir haben jeder unsere eigenen Stil und während er besser Kitzeln und Nägel schneiden kann, liegen meine Talente eher im Bastel-/Vorlesebereich und in der Haarpflege. Aber trösten, versorgen, betreuen können wir sie beide! Und wir tun das auch beide. Mal er mehr, mal ich mehr. Zugetraut wird ihm das allerdings noch immer nicht. Ich finde, dass Gleichberechtigung keine Einbahnstraße ist. Wenn man von Vätern erwartet, dass sie alle Pflichten der Mütter (schon so eine blöde Formulierung!) erfüllen, muss man ihnen auch alle Rechte zugestehen! Ich finde aber, mein Mann wurde teilweise regelrecht diskriminiert.

Es fing damit an, dass eine Kinderärztin immer nur mit mir sprach und den anwesenden Papa nicht für voll nahm - das war natürlich nicht lange unsere Kinderärztin - später in der KiTa hieß es ständig: "Richten Sie mal ihrer Frau aus, dass die Windeln alle sind." Oder "Richten Sie mal der Mama aus, dass Flummi heute keinen Mittagsschlaf gemacht hat / Sich gestoßen hat / nichts gegessen hat.".  Zu mir sagte nie einer, ich solle ihm ausrichten, was das Kind so gemacht hat. Denn ich war ja die passende Adressatin für alle das Kind betreffenden Dinge - Papa kann nur assistieren. Wenn ich nachfragte, hieß es meist: "Naja, in den meisten Familien ist das eben so. Die Väter sind meist nicht zuständig." Tja, wie auch, wenn man sie nicht lässt!

Väter und Kinder - eine magische Verbindung

Ich sage nicht, dass es nicht auch Väter geben, kann, die sich ganz bequem zurücklehnen und Mama machen lassen. Aber bei uns ist das eben nicht so und ich ärgere mich, dass man es uns damit so schwer macht. Selbst bei meinen Vorstellungsgesprächen, wollte man immer von mir wissen, wer denn das Kind von der KiTa abhole, wenn ich Spätdienst hätte und ob das denn ginge, dass das der Papa macht. Tja, bisher musste ich sie nicht dem Postboten mitgeben... Und wie alle Stereotypen mich ärgern, regt es mich auch auf, dass es hier noch so viele Vorurteile zu geben scheint.



Wie erlebt Ihr das? Begegnen solche Sichtweisen nur mir? Ich interessiere mich für Eure Erlebnisse!

Liebe Grüße
Eure Thea

Kommentare

  1. Das ist ja ätzend, was Du beschreibst! Wir erleben sowas eigentlich kaum, sowohl die Kinderärztin spricht uns beide an (Papa geht auch mal allein mit einem Kind zum Arzt), in der Kita ist der Papa gleichberechtigter Ansprechpartner und auch sonst wird ihm eigentlich alles zugetraut. Er musste nach der Geburt unseres Großen in den ersten Tagen viel übernehmen, weil es mir nicht gut ging, und hatte bei beiden Kindern auch längere Elternzeiten. Vielleicht deshalb.
    Einmal hat eine andere Kitamama mir erzählt, dass die Kinder viel geweint haben und die Kleine mit dem Kinderwagen umgekippt ist, als er sie nach der Kita betreut hat. Das fand ich schon merkwürdig und wusste gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich selbst bemerke immer, dass die Kinder abends sehr weinerlich sind, wenn er sie nachmittags betreut. Warum, weiß ich nicht, vielleicht vermissen sie mich einfach. Er ist dann schnell gekränkt, wenn ich frage, ob irgendwas besonderes vorgefallen ist. Dabei ist es eine normale Frage nach dem Befinden der Kinder...
    Solche Erfahrungen wie ihr haben wir aber nicht gemacht.
    Liebe Grüße!

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    1. Hey, danke für Deine Gedanken!

      Liebe Grüße.
      Thea

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  2. Also bei uns läuft das seit Kind 1 ganz liberal. Jeder ist gleichberechtigt und die erste Stinkawindel habe auch ich als Papa Weg gemacht. Ich bin stolz darauf.
    Einzig das Stillen blieb alleinig in der Hand meiner Frau.
    Ich hatte sogar den Luxus das ich mich kurz von der Arbeit abmelden konnte um zum Kinderarzt wegen den U-Untersuchungen dabei zu sein. Diskriminierung zum Glück Fehlanzeige. Wir leben in einem Ort in dem einige Papas entweder so arbeiten das sie sich gut auch kümmern können oder sogar Elternzeit genommen haben. Das mit der Elternzeit habe ich dann auch bei zweien von dreien gemacht...war aber ehr ein finanzielles Fiasko aus steuerlicher Sicht. Das ist aber ein anderes Thema. Von der Zeit her hat es mir als Papa super viel gebracht und entsprechend stark ist die Papa Kind Bindung geworden.
    Bei Kind 1 war ich noch oft auf dem Spielplatz und da traf ich hauptsächlich Papas. Mamas und Omas waren auch da, aber von den gab es keine Sprüche oder etwas missbilligende Blicke. Einfach sehr liberal hier bei uns.
    Wir bekamen zwei unserer drei Kids im Geburtshaus und da werden die Papas sowieso ganz anders mit einbezogen wie im Krankenhaus, was ich persönlich total klasse finde.

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Schön, dass es bei Euch in der Umgebung entspannter zugeht!

      Bei der Geburt wurde der Mann auch prima mit einbezogen. Nur die Versorgung des Babys traute man ihm nicht zu....

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  3. Hallo Thea,

    das kennen wir auch. Nach ein paar Begegnungen auf dem Spielplatz mit unseren zweien alleine, verstummte irgendwann das blöde Gerede. Bei uns ist es so, dass Zwillingssohnemann 1 sich besser bei mir beruhigen kann - vielleicht lag es an den ersten 1,5 Stunden nach der Geburt an meiner Schulter. Wie auch immer - Papas schaffen und können das ;-)

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    1. Ich freue mich über Deinen Kommentar! Danke dafür.

      In der Stillzeit konnte der Mann die Tochter sogar besser beruhigen, als ich. Schließlich roch er nicht nach Essen ;)

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  4. Man muß die Männer nur machen lassen. Auf ihre Art und Weise. Dann klappt das zwar nicht so, wie wir uns das vorstellen, aber eben auf andere Art und Weise. Die ist genauso gut.
    LG
    Suse

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  5. Unser Papa hat sich bei der Großen selber rausgehalten (und sagt heute, er hatte das Gefühl, nicht zu "dürfen" und dass ich alles alleine machen wollte - dem ist nicht so!) und blüht jetzt beim kleinen F richtig auf und wechselt selbstverständlicher eine Windel, füttert oder passt auf sie auf wenn ich nicht da bin. Weil er alles schon ein Mal erlebt hat, traut er sich jetzt auch selber mehr zu - so jedenfalls meine Theorie. Ist auf jeden Fall schön zu sehen! Kinderarzt ist allerdings schon immer mein Gebiet gewesen, ich weiß gar nicht, ob er da überhaupt schon mal mit war ;)

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    1. Bei uns ist es halt so, dass er wegen meiner Arbeitszeiten halt muss. Bei anderen Familien ist es anders... ich finde, jede Familie, wie es zu ihr passt / verhandelt wurde ;)

      Freue mich, dass Du mir Deinen Senf hiergelassen hast! <3 Danke!

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  6. Ich hatte ja angedeutet, dass ich eh schon was in Vorbereitung hatte - und da es mich heute nicht mehr in Ruhe ließ, hab ich es eben auch noch fix runtergetippt . ;)

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  7. Ganz lose hatten wir im Vereinbarkeitsblog mal Sätze gesammelt, die ein Vater nicht hört, weil die Mutter die Adressatin ist. Das war schon deprimierend. (zum nachlesen bei Bedarf: http://www.vereinbarkeitsblog.de/saetze-die-ein-vater-nicht-hoert/)

    Deine Beschreibung macht diesen Automatismus, Vätern die Kompetenz der Kinderversorgung abzusprechen, nochmal schlimmer. Puh.

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    1. Danke für den Link und auch vielen Dank für das Verlinken auf Eurer Seite!

      Was Ihr da gesammelt habt, ist genau das, was ich meinte! Auch alles so erlebt!

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  8. Also wir haben mit unserer Knutschkugel zwar noch keine Kita-Erfahrung, nichtsdestotrotz sind wir trotzdem schon auf solche Stereotypen gestoßen. Ganz aktuell betrifft das die Elternzeit. Mein Mann und ich teilen uns ebenfalls alles gleichberechtigt auf. Auch die Elternzeit. Unsere Kleine soll erst mit zwei Jahren in die Kita gehen und ich habe aus praktischen Gründen das erste Jahr Elternzeit beantragt. Für uns war schon in der Schwangerschaft klar, dass mein Mann das zweite Jahr daheim bleiben wird. Da das nun, zum Ende meiner Elternzeit, auch so langsam allen anderen um uns herum klar zu werden scheint, beginnen jetzt natürlich allerhand Diskussionen :-p Von ganz harmlosen ala "Geht das denn überhaupt? " (Warum denn nicht?) bishin zu nicht so netten Kommentaren, vor allem vom Opa der Kleinen. Da wird mein Mann als faul dargestellt und ich als Rabenmutter, diese neumodischen Zeiten und das hätte es damals nicht gegeben und WENN, dann hätten es die echten Kerle von damals nicht gewollt. Die wollten arbeiten, was schaffen, die Familie ernähren und nicht mit ihren Bälgern in den Tag reingammeln. Ich bin froh, dass sich mein Mann von solchen -da fällt mir nichts Nettes dazu ein- nicht entmutigen lässt und wir gemeinsam klare Grenzen ziehen. Tipps, vor allem wenn nützlich -> ja, reinreden, fremdbestimmen, lächerlich machen lassen -> von nicht gehört bis NEIN und gern mit Nachdruck

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    1. Meine Güte, da dürft Ihr Euch ja auch eine Menge anhören! Traurige, verstaubte Gender-Ideen! Toll das Ihr Euch da nicht reinreden lasst! Ich wünsche Deinem Mann eine wundervolle Elternzeit!
      Liebe Grüße
      Thea

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  9. Als mein Sohn 17 Monate alt war, kann meine Tochter zur Welt. Mein Mann kam mit dem kleinen großen zu uns ins Krankenhaus und irgendwann war seine Windel voll. Mein Mann hat also die Windeltasche genommen, den Sohn und hat ihn gewickelt. Da kam die Schwester und erklärt ihm wie das geht. Ähhh, er hat zwar vor unserem Sohn nie ein Kind gewickelt, aber seit dem täglich mehrmals und ist Vollprofi.
    Im Vorkindergarten wurde Geld eingesammelt, die Erzieherin erklärt wieso und sagt meinem Mann, dass sie es mir nochmal sagen wird.
    Ein paar Monate später macht die Ergotherapeutin Tests mit den großen, die Ergebnisse bespricht sie aber nicht mit meinem Mann, da wartet sie auf mich.
    Ja, beim Kinderarzt werde immer ich angeschaut und in der Mutter-Kind-Kurklinik darf ein Mann höchstens an die Rezeption und nach seiner Familie fragen, betreten verboten.

    Wir leben das alte Rollenmodell, mein Mann geht arbeiten, ich bin bei den Kindern. Von meinem Gehalt als Arzthelferin könnte ich uns kaum ernähren, davon abgesehen wollen wir das beide so. ABER was die Kinder betrifft sind wir völlig gleichberechtigt/gleichbeteiligt. Zumindest zuhause. Vor der Haustür geht es los, bin ich ohne Kinder unterwegs, fragen die Nachbarn wer denn auf die Kinder aufpasst.

    Mein Mann ist ein toller Ehemann und der beste Vater. Ich bin froh und glücklich ihn zu haben.

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    1. Hah! Das deckt sich total mit unseren Erlebnissen! Genau daran muss sich was ändern, finde ich!
      Danke, für's Teilen!
      Liebe Grüße
      Thea

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