Dienstag, 31. März 2015

Blogparade: #GeschichtenvomScheitern

Hallo, Ihr Lieben,

die zauberhafte Alu vom Große Köpfe Blog hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei Ihrer Blogparade "Geschichten vom Scheitern" mitzumachen. Na, da hätte sie ja keine Bessere fragen können, denn im Scheitern bin ich Profi! 

Wir können gleich mit dem Beispiel von Alu anfangen. Das Kind dazu bringen, sich morgens schulfertig zu machen. Klingt so einfach. Kann so unendlich schwierig sein. Man bekommt so viele Ratschläge, es wird so viel mit den Augen gerollt. Konsequent soll man bleiben. Anreize soll man schaffen. Dem Kind eine Uhr stellen, damit es selber sieht, wie die Zeit vergeht. 
ICH HABE DAS ALLES VERSUCHT!!! Ich motiviere, ich erinnere, ich feuere an. Und doch. Ich schaffe es bis heute nicht jeden Tag, das Kind pünktlich vor der Schule in den Tag zu schicken.

Und jedes Mal, wenn ein Blick auf die Uhr mir verrät, dass es heute wieder nicht gereicht hat, macht sich dieses Gefühl in mir breit. Es beginnt in der Bauchgegend und überschwemmt mich in Sekundenschnelle. Es ist das Gefühl des Versagens, das mich da Morgen für Morgen heimsucht.

Mein Kind ist ein Kind, die Verantwortung, pünktlich bei bestimmten Terminen zu erscheinen, liegt bei mir. Ich bin hier die Erwachsene und muss mich um sowas kümmern. Und egal, wie sehr ich mich bemühe, wie gut mein Plan ist, wie perfekt meine Vorbereitung - an manchen Tagen schweift das Kind ab, muss noch ein Mal die Socken wechseln, oder verliert sich in Betrachtungen eines Buches. Und dann kann ich mich auf den Kopf stellen, einen Hampelmann machen oder Atemlos pfeifen - wir sind dann nicht pünktlich! Ich scheitere und das fühlt sich auch so an.


So ging es mir schon zu verschiedenen Gegebenheiten in meiner Karriere als Mutter. Ich habe zum Beispiel alle zwei Stunden gestillt. Alle erzählten mir, dass das nicht in Ordnung wäre. Entweder meine Milch müsste zu dünn sein, oder das Kind tanzt mir auf der Nase herum. 


Und sowieso war sie ja ein Schreikind. Das war so ein Punkt, wo ich mein Scheitern besonders stark gespührt habe. Denn es war nicht mein Umfeld, dass mir nahelegte, wie ich oder das Kind zu funktionieren haben. Ich selbst fühlte mich furchtbar, weil es mir einfach nicht gelang, ihren inneren Druck zu lindern. Was ich auch versuchte, sie schrie, kreischte und weinte. Und hier kann ich auch nichts schönigen oder das Positive an der Situation unterstreichen. Ich bin da einfach gescheitert. Rundheraus und ohne Lernefekt.

Oder die Sache mit dem Schlafen, einschlafen, durchschlafen, langschlafen - ich scheiterte daran, dies alles meinem Kind in einem angemessenen Zeitrahmen beizubringen. Und auch hier gab es viele Regeln und Handlungsanweisungen und ich habe eine Menge versucht. Aber ich scheiterte.  Und zwar so lange, bis das Kind so weit war und wir gemeinsam obsiegen konnten. Denn inzwischen geht sie fast immer diskusionsarm und pünktlich ins Bett und schläft auch meist durch. Sie brauchte einfach ihre Zeit und war zu der gesellschaftlich konformen Zeit einfach nicht nicht bereit.

Vielleicht ist das aber auch alles eine Frage des Zeitrahmens. Langfristig gesehen, haben wir nämlich alles geschafft, was wir erreichen wollten. Lasst uns also in ein paar Jahren noch einmal über die Sache mit dem morgendlichen Fertigmachen reden! Ich wette, dann kann ich Euch berichten, wie wir den Endgegner besiegt haben. Dann scheitert die Trödelei und wir haben gesiegt! So sieht's nämlich aus!

Liebe Grüße
Eure Endwinterwunder


Kommentare:

  1. Ein schöner Beitrag. Magst du ihn auch noch verlinken? ich hab das inlinkz wieder geöffnet bekommen (auch eine geschichte vom scheitern). lg

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